EUTOPIA. körperLand. tanzHaus. medienBoulevard
Mediale Raumszenografie 2004

Peformance. Fotografie. Video

Konzept, Produktion, Video: Markus Wintersberger
Konzept, Produktion, Live / Sound: Alois Huber
Live / Performance: Julia Mach, Stephanie Cumming

Regierungsviertel St. Pölten. Juni - Juli 2004

Das Regierungsviertel St. Pölten bildet den Rahmen, ist Handlungsgerüst für eine künstlerische Gesamtraumkomposition. Für sich und aus sich heraus erfüllt es im Alltag seine Zweckmässigkeit als architekturräumliche Hülle einer gesellschaftsbildenden und -bündelnden „Sozioenergie“. Die Architektur richtet somit einen gesamten Handlungsraum ein, schafft Zentrum für ein „Gemeinsames“. Diesem „Gemeinsamen“ wird hinsichtlich seiner Position eine für diese ortsspezifische Situation erstellte Gesamtraumszenografie beigestellt. Der immaterielle Ort des politischen Gesellschaftskörpers erfährt durch das Hinzufügen künstlerischer Montagepartikel wie Video, Sound, Tanz, Installation, Performance eine mögliche Sichtbarkeit im medialrealen Vibrationsfeld des sich nie als getrennt erdachten Lebendigen. Das Anwesende wird sichtbar und zieht sich als Bedeutung in unsichtbare Räume, in imaginative Innenräume, in uns selbst, in unser gemeinsames Selbst zurück. EUTOPIA, Spiegelland an der Stirnseite zur bewusst sich generierenden Materialität. Das raumgebende Koordinatenkonstrukt verlässt sich im aktuellen Weltbild auf ihre organisierte Zweckmässigkeit, es richtet sich und uns ein in eine lebendige Gemeinschaft. Materie, Raum, Natur, Architektur, Rauschen umhüllt uns als Gesamtform, bettet uns in seine atmosphärischen Proportionsströme und behütet uns als sichere Schutzfläche vor dem unendlichen Horizont. Die somit geschaffene Aussenwelt gelingt sich als choreografiert Gewachsenes, strukturiert und reguliert den Bewegungsstrom der einzelnen Individuen. Belebte Räume wechseln mit unbelebten Räumen, beseelte Orte wechseln mit unbeseelten Orten, Atmosphären verdichten sich und lösen sich wieder auf. Das Zeitbild reguliert die Zirkulationskräfte. Der gleichbleibende Agregatszustand ist die Schwingung. Im Tanz erfährt sich die lebendige Materie als objekthaft subjektives Eins. Der Mensch tanzt, der Himmel tanzt, das Licht tanzt, das Regierungsviertel tanzt. EUTOPIA steckt noch in den Kinderschuhen. Einen Versuch ist es wert. Markus Wintersberger 2004

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